Stadtentwicklung im Rückwärtsgang?

Nach dem Hoteldesaster am Packhof nehmen Stadtverwaltung und Stadtverordnete neuen Anlauf. Geplant sind jetzt 100 Wohneinheiten und 50 Parkplätze Ecke Packhofstraße/Eichamtstraße. Die Ausschreibung soll bereits Ende des Jahres von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden. Später sollen weitere Wohnungen und Erschließungsstraßen auf dem Packhof errichtet werden.

Auch dieses Mal sind Bürgerinnen und Bürger wieder nur Zuschauer. Verschwurbelt wird dazu in der Verwaltungsvorlage festgestellt, dass die 100 Wohneinheiten aus dem Packhofgelände „herausgelöst“ würden. Das Verfahren zur Bürgerbeteiligung zur Packhofentwicklung müsse noch geklärt werden.
Sowohl das Wahlversprechen, die Bürgerinnen und Bürger in die Entwicklung des Packhofs einzubeziehen, als auch die kostspieligen Planungspapiere (Masterplan, Verkehrsentwicklungsplan) der Stadt, die eine Reduzierung des Autoverkehrs in den Innenstadt anmahnen, sind damit Makulatur. Man kann nicht den Bürgerinnen und Bürgern versprechen, sie in die Entwicklung ihres Stadtteils einzubeziehen und dann mal nebenbei das Gegenteil tun.

Vor wenigen Wochen wurde von Jürgen Peters und Ralf Krombholz ein Plan (metropolenweg.de) vorgestellt, wie der Packhof mit einem innovativen Mobilitätskonzept verkehrsarm entwickelt werden könnte. Die aktuellen Planungen der Stadt gehen in eine völlig andere Richtung – eine hoch verdichtete Wohnbebauung mit zusätzlichem Verkehr. Das Ziel der Planungen sollte aus unserer Sicht darin bestehen, an dieser Stelle zukunftsorientiertes Wohnen zu ermöglichen und den Autoverkehr herauszuhalten.

Es ist Zeit, mit den Bürgerinnen und Bürgern über die Entwicklung des Packhof zu sprechen.

Boris Angerer, 18.10.2018

Packhof Eckbebauung Baufelder

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