Keine Angst vor einem Dialog!

In der Sitzung des Stadtentwicklungssaussschusses am 14.02.2018 informierte Bürgermeister Steffen Scheller, dass am Packhof Baugrunduntersuchungen durchgeführt wurden und die Bauflächen wirtschaftlich bewertet werden. Damit gehen die Pläne der Stadtführung zur Bebauung des Packhofs in eine neue Runde.

Grundlage der künftigen Bebauung soll das Strukturkonzept aus dem Jahr 2012 sein. Dieses Konzept sieht im Vergleich zu den gescheiterterten Hotelplänen eine schrittweise Wohnbebauung des Packhofs und eine größere Grünfläche am Ufer vor. Der Bau eines Parkhauses wird in diesem Konzept schon aufgrund der schwierigen Verkehrsführung abgelehnt.

Ansicht Packhof von der Havelseite aus

Ob es ein verkehrsarmes Wohnen geben soll ist unklar, ebenso wie der Umfang der geplanten Bebauung. Die gegenwärtigen Vorarbeiten der Stadt schließen jetzt Flächen ein, die deutlich über die Baufeldgrenzen des Strukturkonzepts hinausgehen. Die gescheiterten Pläne zur vollständigen Bebauung des Parks am Packhof sind damit offensichtlich noch nicht vom Tisch. Genauso wenig die gegenwärtigen und zukünftigen Verkehrsprobleme, die mit den Anwohnern erst dann diskutiert werden sollen, wenn die neuen Pläne veröffentlicht werden. Lesen Sie dazu auch den Artikel in der MAZ vom 16.02.2018, MAZ-Talk der OBKandidaten 15.02.2018 »»»

Aus Sicht der Bürgerinitiative sollte das von Steffen Scheller vorgeschlagene Verfahren, verschiedene Varianten für die Bebauung des Packhofs vorzulegen, einschließen, dass die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über den Umfang der Bebauung, den Erhalt des Parks als auch die verkehrsmäßige Erschließung mitentscheiden können. Die Ankündigung, dass die Pläne zunächst von den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung abgesegnet werden, lässt befürchten, dass „Bürgerbeteiligung“ wieder nur bedeuten wird, dass den Bürgerinnen und Bürgern vorgefertigte Pläne präsentiert werden und sie dann als Bittsteller oder Querulanten auftreten dürfen.

Ein Neubeginn am Packhof erfordert jetzt, dass Stadtentwicklung und Verkehr in einem Zusammenhang – und zwar gemeinsam mit Stadtverwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden. Genauso sollte ein Konsens darüber entwickelt werden, wie eine lebenswerte Innenstadt und und die Mobiltätsbedürfnisse in Einklang gebracht werden können. Stadtwerke, Verkehrsbetriebe, Technische Hochsschule, Stadtverwaltung, Unternehmen und Bürger könnten hier an einem Strang ziehen. Warum liest man hierzu nichts im Wahlprogramm von Herrn Scheller? Vage Wahlversprechen zur Verbesserung des ÖPNV oder die Ankündigung des Baus einer Tiefgarage unter dem Neustädtischen Markt, das nur weiteren Autoverkehr anzieht, sind leider das Gegenteil.

Die Bürgerinitiative Packhofgebiet bleibt daher in den Themen Verkehr, Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung weiterhin aktiv und plant neue Aktionen! Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich auf der letzten Mitgliederversammlung am 14. Febraur im Wichernhaus eingefunden. Der Sprecherrat der BI freut sich auf jeden Vorschlag für neue Wege in der Stadtentwicklung.

Boris Angerer
Im Auftrag des Sprecherrates