Tiemann wagt sich zur Packhof-Bürgerinitiative

Anwohner lehnen geplanten Hotelkomplex rundweg ab und wollen lieber eine schrittweise Wohnbebauung

von André Wirsing

Ihre Pläne für das Bebauen des Packhofes wird Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) an diesem Mittwoch vor den Mitgliedern der Bürgerinitiative Packhof und interessierten Brandenburgern vorstellen. Sie folgt damit einer Einladung der Bürgerinitiative. „Selbstverständlich stellt sie sich der Diskussion. Nur hat der von der BI vorgeschlagene Termin am 2. Juni gar nicht gepasst, weil zeitgleich die Oberbürgermeister Bürgerinitiaund Landräte zur Anhörung des Landtags-Innenausschusses geladen waren“, sagt ihr Sprecher Jan Penkawa. Tiemann habe ersatzweise den 8. Juni angeboten.

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2. Juni 2016 – Diskussion mit Stadtverordneten

BI-Packhofgebiet gewinnt viele neue Mitglieder

Der große Saal des Wichernhauses war wieder bis auf den letzten Platz besetzt. Die Mitglieder und Unterstützer der Bürgerinitiative Packhofgebiet diskutierten am 02.Juni 2016 mit den Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung über den Verkehr und die Bebauung am Packhof. DIE LINKE, vertreten durch René Kretzschmar, und die FDP mit ihren einzigen Stadtverordneten, Herbert Nowotny, verteidigten das geplante Kongresshotel. Die von den Anwohnern befürchteten Verkehrsprobleme würden durch den künftigen Verkehrsentwicklungsplan gelöst werden, versprach René Kretschmar. Herbert Nowotny schätzte ein, dass ein Parkhaus den Autoverkehr verbessern werde. Unruhe provozierte seine Einschätzung, dass man Anfang der 90er Jahre nicht die Chance genutzt habe, die Häuser in der Kleinen Münzenstraße abzureißen. Britta Kornmesser (SPD) und Klaus Hoffmann (Bündnis 90/die Grünen) ernteten dagegen Beifall, als sie sagten, dass sie gegen ein großes Hotel eintreten würden. Die CDU war durch keinen Vertreter anwesend. Die Oberbürgermeisterin und ihr Fraktionsvorsitzender, Jean Schaffer, hatten sich wegen der Demonstration zur Kreisfreiheit entschuldigt.

Bi Packhof 2. Versammlung

Viel Beifall erhielten Beiträge, die sich gänzlich gegen eine Bebauung des Packhofs stellten. Viele waren empört, dass der aufwändig zur BUGA hergerichtete Park jetzt eine abgesperrte und trostlose Baustelle ist. BI-Mitglied Dr. Frank Dietrich zeigte die negativen Auswirkungen von Abgasen und Lärm au die Gesundheit auf. Die Anwohner würden in den engen Staßen zunehmend in einer Lärm- und Abgaswolke leben. Die Stadtverordneten sollten mit einem Einwohnerantrag aufgefordert werden, die Beschlussfassungen zur Bebauung des Packhofs zurückzunehmen. Jeder könne sich auch mit einer Petition an die Stadtverordneten wenden, empfahl BI-Mitglied Boris Angerer.

Mit mehreren Veranstaltungen und Aktionen wollen die BI und die Anwohner ihre Engagement rund um’s Packhofgebiet fortsetzen:

  • 08. Juni 2016 um 18:00 Uhr: Diskussionsveranstaltung mit der Oberbürgermeisterin im Saal der Katholischen Gemeinde in der Neustädtischen Heidestr. 25
  • 16. Juni 2016 um 18:30 Uhr: Mitgliederversammlung der BI-Packhofgebiet im Wichernhaus in der Hauptstraße 66
  • Plakataktion der Anwohner gegen den Verkehr und die Bebauung vom 10. bis 17.Juli 2016
  • Ein Protest-Picknick im Park am Packhof
  • Ein Straßenfest Ende der Sommerferien

Kurzprotokoll zur Mitgliederversammlung vom 2. Juni 2016 »»»

Nachhaltige Baukultur für die Innenstadt

von Moritz Krekeler (27.10.2015)

Der Begriff der Baukultur ist vielschichtig – sie hat gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Dimensionen und entsteht in einem Kommunikationsprozess verschiedener Mitwirkender. Der Schlüssel zu einem gelungenen Bauprojekt auf dem Packhof liegt in der Beteiligung von lokalen Akteuren, öffentlichen Verwaltungen und externen Fachleuten. Dieses Interessensdreieck ist notwendig, um dem gesellschaftlichen Engagement für ein Vorhaben eine gemeinsame Basis zu geben.

In Brandenburg an der Havel wurde in den letzten Jahren viel für die Baukultur getan. Mit Hilfe von Gestaltungswettbewerben wurden städtebaulich bedeutsame Gebiete entwickelt, die überregional Beachtung finden. Aber auch private Akteure haben mit hochwertiger Architektur wichtige Beiträge geleistet. Diese positive Entwicklung wird über die Stadtgrenzen hinaus wahrgenommen und zieht zunehmend Berufstätige und Familien in die Havelstadt.

Die weitere Entwicklung des Packhofgeländes wird ein wichtiger Baustein für eine positive Stadtentwicklung sein. Das Gebiet muss eine Vorbildfunktion für weitere private und öffentliche Bauvorhaben in Brandenburg erlangen, indem es funktional und gestalterisch zukunftsweisend ist.
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Stadtentwicklung geht nicht nach Beliebigkeit

von Ralf Krombholz (Oktober 2015)

Die Packhoffläche ist die letzte größere innerstädtische Entwicklungsfläche.

Sie hat für den Erfolg der Stadterneuerung nach der Wende von 1989 eine Schlüsselfunktion, denn nur noch hier ist es möglich, Wohnungsbau in größerem Umfang zu realisieren.

Dieser Wohnungsbau ist für die Realisierung des Sanierungsleitbildes “Lebendige Innenstadt” unersetzlich wichtig.

Die Stadterneuerung ist noch nicht abgeschlossen und die Belebung der Innenstadt ist noch nicht stabil erfolgt. Der Ladenleerstand hat zugenommen und die Attraktivität der Hauptstraße als Fußgängerzone ist gering. Eine stabile Aufwärtsentwicklung ist bislang leider noch nicht erreicht worden.

Deshalb ist die Entwicklung des Packhofes als Wohnstandort der Schlussstein der Stadterneuerung in der historischen Innenstadt.
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Viele Menschen sorgen sich um den Packhof

Erste Versammlung der Bürgerinitiative zieht mehr als 120 Gäste an, die eine behutsame Wohnbebauung bevorzugen

von André Wirsing

Das Interesse ist groß: Mehr als 120 Menschen drängen am Donnerstagabend in den Saal des Wichernhauses, in den die gerade neu gegründete Bürgerinitiative für einen lebenswerten Packhof eingeladen hatte.

Eine gute Mehrheit ist neben einigen Park-Befürwortern für ein Bebauen des Areals zwischen Neu- und Altstadt direkt an der Havel – dafür ist das Filetgrundstück zu wertvoll und es gibt genügend Interessenten, die im Zentrum wohnen wollen. Eine ebenfalls große Mehrheit wendet sich aber gegen die Pläne für ein Kongresshotel, die von der Verwaltungsspitze seit etwa sieben Monaten vehement verfolgt werden – zu viel Verkehr, zu viel Unruhe, keine ausreichende Begründung für eine Wirtschaftlichkeit des Projektes, zu wenig Schutz für die bereits hier lebenden Anwohner. Diese Sorgen wollen sie gemeinsam mit der Bürgerinitiative artikulieren. Adelheid van Lessen schlägt vor, Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) und die Fraktionsvorsitzenden dazu einzuladen, denn am Ende entscheiden die Stadtverordneten über den Verkauf der knapp drei Hektar großen Baufläche sowie über einen Bebauungsplan. „Wenn dann von der Stadtspitze der Einwand kommt, aber wir haben dem Investor doch zugesagt, dass er ein Hotel bauen darf, dann sagen sie Frau Tiemann, dass der Investor sehr wohl im Wissen darum gekauft hat, dass es noch gar keinen B-Plan gibt.“

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Bürgerinitiative für den Packhof

Anwohner wollen behutsames Bebauen mit Wohnungen, aber weder Kongresshotel noch Parkhaus

von André Wirsing

Eine Bürgerinitiative für ein lebens- und liebenswertes Gestalten des Packhofes hat sich nun in der Neustadt gegründet. Bislang besteht sie aus Anwohnern der Kleinen Münzenstraße und der Packhofstraße, gleichwohl stehe sie allen Brandenburgern offen, sagt Gründungsmitglied Hanswalter Werner. „Es dürfen nicht nur die Mieter und Eigentümer aus den betroffenen Straßen mitmachen, alle Interessierte sind willkommen.“ In der kommenden Woche soll es eine erste öffentliche Versammlung geben, die für jedermann offen ist. Ziele der Bürgerinitiative sind eine lebenswerte Innenstadt mit behutsamer Wohnbebauung auf dem Packhof, eine verkehrsberuhigte Zone mit sicheren Wegen für Schulkinder, Fußgänger und Radfahrer. Ein Kongresshotel nebst großem Parkhaus lehne man allerdings ab. Das führe zu einer deutlichen Zunahme des motorisierten Straßenverkehrs. Viele Bewohner der Kleinen Münzenstraße und der Packhofstraße würden dann auf Inseln inmitten des Verkehrs leben, weil nicht nur vor den Häusern, sondern auch dahinter neue Fahrbahnen frei gegeben beziehungsweise errichtet würden.

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