Der Ort mit Charme – Teil I

Eine Geschichte mit Fortsetzungen einer uns namentlich unbekannten Verfasserin


Es war einmal ein Ort mit Charme. Plötzlich war er da. Er hatte den Charme, weil er ein wenig aus der Zeit gefallen schien. Er war so frei.

Als Nachbarn hatte er die Kleingärtner auf der anderen Seite des Flusses und das mitten in der Stadt. Wo gab es das schon zu sehen!

Immer mehr liebten ihn: Kinder und Erwachsene aus der Stadt und die Kleingärtner an der anderen Seite des Flusses.

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Er wusste, eines Tages würden auf ihm Häuser stehen, in denen Menschen wohnten. So war es in den Papieren geschrieben. Darauf freute er sich.

Er hatte auch schon phantasievolle Entwürfe gesehen, mit kleinen Flüssen, individuellen Häusern. Das gefiel ihm sehr, aber die Zeit war noch nicht reif.

Und so wartete er geduldig, war mal Wiese, mal Golfplatz…

Es sollte noch besser kommen: Eines schönen Sommers war er Teil einer großen Blumenschau und die Leute kamen von nah und fern, um seine Pracht zu bestaunen.

Der Ort mit Charme war glücklich darüber, dass er so vielen Leuten gefiel.

Was er nicht bemerkte, war, dass auch Herr Mammon unter den Besuchern weilte. Dieser frohlockte: Hier werde ich mich austoben! Aber wie soll das gehen, wo doch die Königin immer für ihre Bürger da sein will? Kein Problem, der Mammon kann auch zaubern. Kurzerhand verzauberte er die Königin und fortan geschah alles in der Stadt so wie er es wollte. Sogar, als ein Entwurf vorlag, der dem Traum des Ortes mit Charme sehr nahekam, blieb es bei dem Plan des Mammon.

Der andere Plan ward nicht mehr gesehen.

Der Ort mit Charme war sehr traurig als er sah, was mit ihm geschehen sollte. Offensichtlich würde er seinen Charme verlieren. Die Bürger in der Nähe und die, die oft zu ihm kamen, wollten dem Ort mit Charme helfen und überlegten, was zu tun sei. Sie schrieben der verzauberten Königin einen Brief, in dem sie Ihren Unmut kundtaten.

Das war die Königin nicht gewohnt, Was war mit ihren Bürgern los? Und sie tat, was sie in diesen Fällen tun muss: sie lädt die Bürger ins Schloss, um mit ihnen zu reden.

Was dort passiert, wissen wir noch nicht.

Würde die Königin das Volk nach seiner Meinung fragen und über den Ort mit Charme entscheiden lassen, wie es der alte König getan hatte als der Zauberer Rosco in der Stadt gewesen war?

Fortsetzung folgt …