Grüße aus Brandenburg an der Havel – ein offener Brief an die Investoren

An
Herrn Gert Prantner, RIMC International Hotels & Resorts GmbH
Herrn Thorsten Schütte, premero Immobilien GmbH

Sehr geehrte Herren,

wie geht es Ihnen und dem geplanten Hotelinvestment in unserer schönen Stadt Brandenburg an der Havel? Unsere Bürgerinitiative Packhofgebiet hat seit längerem nichts mehr von Ihnen und den Planungen auf dem Packhof gehört. Sagten Sie beide nicht, Sie hätten sich in das Areal am Packhof verliebt?

Bevor Sie uns die Antwort geben, diese Fragen besser an die Stadtverwaltung zu richten, möchten wir vorausschicken, dass es uns als Bürgerinnen und Bürger zunehmend ermüdet, in vielen Briefen und Anfragen die portionierten Halbwahrheiten der Stadtverwaltung zu erbitten. Sie werden das aus der Hotelbranche kennen. Welcher Gast ist schon zufrieden, wenn das Frühstücksbüffet nicht nachgefüllt wird? Ist es nicht so, lieber Herr Prantner?

Gestatten Sie uns deshalb einige Fragen:
Zur Braut, dem schönen Packhofgelände. Gefällt Sie Ihnen nicht mehr? In ihrem Inneren ist sie voll von Überraschungen. In ihrem Äußeren zeigt sie sich zur Zeit im sommerlichen Gewand. Tagsüber besuchen sie spielende Kinder, Ruhe suchende Erwachsene sind zum Picknick eingeladen. Nachts sind Jugendliche und junge Erwachsene zu Gast, um zusammen mit Freunden bis ins Morgengrauen zu feiern. Sehr viele denken, dass der Packhof ein schöner Platz ist. Das ist schön. Wäre es nicht unfair, die Besucher des Packhofs durch den dunklen Schatten und die Nähe des Hotels zu vergrämen? Schließlich lieben es Kinder, laut zu sein. Und auch Feiernde schätzen einen ruhigen Ort im Grünen, mehr als der Einzelne den einsamen Blick in die uniforme Minibar eines 4-Sterne-Zimmers. Wäre es nicht besser, weniger zu bauen und auf Koexistenz zu setzen? Sozusagen eine Allianz von Minibar und Außerhausverzehr zu bilden?

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Öffnung der Augustastraße – CDU und Freie Wähler wollen Rennstrecke zum Packhof öffnen

Mit der Beschlussvorlage 94/2017 soll am kommenden Mittwoch in der Stadtverordentenversammlung mit den Stimmen von CDU und Freien Wählern ab sofort die Augustastraße für den Autoverkehr geöffnet werden. Damit zeigen die beiden SVV-Fraktionen, dass ihnen die über 4.500 Unterschriften, die von der BI-Packhofgebiet gegen die vorgesehenen Einbahnstraßenlösungen gesammelt worden waren, nicht interessieren.

Für die Anwohnerinnen und Anwohner wird die von CDU und Freien Wählern vorgeschlagene Öffnung der Augustastraße zusätzliche Belastungen bringen. Insbesondere dann, wenn der Hotelkoloss, das Parkhaus und die Wohnbebauung kommen, die auf dem Packhof nur noch einen schmalen Grünstreifen belassen. Warum haben diese Fraktionen keine Idee, wie der Verkehr in der Innenstadt reduziert werden kann? Weil sie keine fachliche Kompetenz haben und als Stimmvereine der Oberbürgermeisterin keine politische Initiative entfalten können oder wollen?

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Positionen der Bürgerinitiative Packhofgebiet zur zukünftigen Verkehrsentwicklung

Die Vollversammlung der Bürgerinitiative Packhofgebiet verabschiedete am 28.02.2017 einstimmig ein Positionspapier zur zukünftigen Verkehrsentwicklung in der Innenstadt und im Packhofgebiet. Damit stellt die Bürgerinitiative erneut unter Beweis, dass sie für eine moderne, zukunftsfähige Verkehrsentwicklung der Stadt eintritt, die das Wohl der Bürger als höchstes Gut ansieht.

Parkplätze am Sportplatz zum Packhof

Grundsätze:
01. Die Gesundheit der Bürger, die Aufenthaltsqualität sowie die Umweltund Ressourcenschonung sind prioritäre Ziele der städtebaulichen Entwicklung und der Verkehrsentwicklung. Sie haben Vorrang vor der Automobilität und wirtschaftlichen Zielen.

02. Die Menge des motorisierten Verkehrs ist, ausgehend vom jetzigen Niveau, zu verkleinern. D.h., dass der motorisierte Verkehr schrittweise auf den Stadtring umgelenkt wird und stattdessen der ÖPNV und der Radverkehr gestärkt werden.

03. Um die im VEP definierten Ziele zu erreichen und trotzdem eine städtebauliche Entwicklung zu ermöglichen, sind zukunftsweisende innovative Konzepte, wie z.B. autofreies Wohnen oder autofreies Gewerbe notwendig. Bei der Etablierung von Gewerbe ist daher darauf zu achten, dass dieses keinen zusätzlichen motorisierten Verkehr auslöst.

04. Die übliche Planungsreihenfolge (motorisierter Verkehr, Radverkehr/Fußgänger/Behinderte) muss konsequent umgekehrt werden.

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Analyse des von der Verwaltung der Stadt Brandenburg an der Havel beauftragten 2. Verkehrsgutachtens

Gegenstand des Gutachtens: Verkehrsaufkommen Packhofgebiet
Auftraggeber: Stadt Brandenburg an der Havel
Gutachter: Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme (01099 Dresden)

Ein Mitglied des Sprecherrates stellte auf der letzten Vollversammlung der BI am 17. Januar 2017 das neue, von der Stadt in Auftrag gegebene und nun vorliegende zweite Verkehrsgutachten zur Entwicklung des Packhofgebietes vor. Für alle ist es immer wieder aufs Neue irritierend, dass erst nach der politischen Entscheidung für die Ausschreibung des Geländes, die ja die Dimensionen der Bebauung vorgibt, geprüft wird, welche Auswirkungen diese Bebauung auf die Verkehrssituation im Packhofgebiet und in der Innenstadt hat. Nachdem ein erstes Verkehrsgutachten von der Bürgerinitiative kritisiert worden war und in Teilaspekten durch eigene Verkehrszählungen widerlegt worden war, hatte die Stadt nun ein erneutes Gutachten des gleichen Unternehmens angefordert. Wie von der Bürgerinitiative vermutet, zeigte die Verkehrszählung, dass die Anzahl der ins Packhofgebiet ein- und ausfahrenden Fahrzeuge 30 Prozent über der im ersten Gutachten angegebenen Fahrzeuganzahl liegt. Dieser erhebliche Fehler wird zwar eingeräumt, aber nicht erklärt, was das Vertrauen in die Ergebnisse von Gutachten nicht gerade steigert. Das Gutachten zeigt, dass pro Tag schon heute 2760 Fahrzeuge in das Packhofgebiet hinein oder heraus fahren.

In dem Gutachten wurde nun untersucht, wieviele Fahrzeuge zusätzlich zu der bereits jetzt schon für ein überwiegendes Wohngebiet nicht unerheblichen Verkehrsbelastung noch hinzukommen könnten. Dabei wurde erstmalig auch die Errichtung eines Parkhauses für 200 Pkw im Bereich der Petersilienstrasse in die Überlegungen mit einbezogen. Bei diesem Teilaspekt ist erwähnenswert, dass noch in der SVV vom Juni 2016 eine Frage des BI-Sprechers Hanswalter Werner, ob der Oberbürgermeisterin eine Entwicklung im Bereich der Hauptstrasse mit Errichtung eines dahinterliegenden Parkhauses bekannt sei, von dieser mit Nein beantwortet wurde. Berücksichtigt man den Vorlauf des Verkehrsgutachtens, für welches im Oktober 2016 die Messungen durchgeführt wurden, ist es schon erstaunlich, in wie kurzer Zeit städtebauliche Entwicklungen in unserer Stadt in ihrer Planung so weit gediehen sind, dass sie Eingang in ein Gutachten finden.

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