Oktober 2016 – Geht der Ausverkauf jetzt weiter?

Von Anita Abels

Die OB war wieder mal auf Tourismusreisen
Um in München unsere Stadt anzupreisen.
Bei der Expo Real suchte sie wohl nach Investoren
Und vielleicht ist wieder ein Stück Brandenburg verloren.

Mit Euro-Zeichen in den Augen
Wird sie versichern auf Treu und Glauben,
Dass sie das alles für Brandenburg tut,
Doch wir Bürger wissen, es tut uns nicht gut.

2014/2015 hat es das schon mal gegeben
Und nun 2016 geht’s dem Packhof ans grüne Leben.
Gegen den Willen der Bürger und vielen Kämpfen
Will man mit Nichtachtung den Widerstand dämpfen.

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Der Ort mit Charme – Teil I

Eine Geschichte mit Fortsetzungen einer uns namentlich unbekannten Verfasserin


Es war einmal ein Ort mit Charme. Plötzlich war er da. Er hatte den Charme, weil er ein wenig aus der Zeit gefallen schien. Er war so frei.

Als Nachbarn hatte er die Kleingärtner auf der anderen Seite des Flusses und das mitten in der Stadt. Wo gab es das schon zu sehen!

Immer mehr liebten ihn: Kinder und Erwachsene aus der Stadt und die Kleingärtner an der anderen Seite des Flusses.

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Er wusste, eines Tages würden auf ihm Häuser stehen, in denen Menschen wohnten. So war es in den Papieren geschrieben. Darauf freute er sich.

Er hatte auch schon phantasievolle Entwürfe gesehen, mit kleinen Flüssen, individuellen Häusern. Das gefiel ihm sehr, aber die Zeit war noch nicht reif. Lesen Sie bitte weiter »»»

Abgesang an eine alte Mauer und noch viel mehr …

Von Anita Abels

Ich steh‘ nachts am Fenster und schau zu dir rüber,
denn du bist mein steinernes Gegenüber.
Ich steh‘ da und schaue und mach mir Sorgen,
denn auf uns wartet (vielleicht) ein schlimmes Morgen.

Du hast Hunderte von Jahren gehalten,
doch bald werden deine Mauern gespalten,
Generationen, Kriege, Diktaturen hast du überstanden,
nun kommt dir bald jeder Stein abhanden.

Einst solltest du Brandenburger Bürger beschützen,
doch das und dein Alter werden dir nichts nützen!
Fahrzeugkolonnen, Abgase, Erschütterungen
haben schon viele alte Mauern bezwungen. Lesen Sie bitte weiter »»»

Anfragen zur Einwohnerversammlung an die Oberbürgermeisterin von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – Pro Kirchmöser

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – Pro Kirchmöser der SVV Brandenburg an der Havel hat am 15. August 2016 im Vorfeld der Einwohnerversammlung am 7. September 2016 mehrere Fragen zur geplanten Bebauung des Packhofs an die Oberbürgermeisterin, Dr. Dietlind Tiemann (CDU), gestellt. Mit freundlicher Genehmigung der Fraktion dürfen wir das Schreiben hier veröffentlichen.

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – Pro Kirchmöser begrüßt Ihre Entscheidung, zum Thema Packhofbebauung eine Einwohnerversammlung durchzuführen. In den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass dieses Thema sehr viele Brandenburger intensiv beschäftigt. Der bisherige Wissensstand wirft viele Fragen auf, die im Zuge der weiteren Diskussion unbedingt geklärt werden müssen. Leider wurden auch Brandenburger, die ihre Bürgerrechte im Rahmen einer Bürgerinitiative wahrnehmen, bereits öffentlich diffamiert. Insofern ist es umso wichtiger, dass in diesem Verfahren eine absolute Transparenz und Offenheit gepflegt wird.

Um die Historie der Entscheidung der Bewertungskommission nachvollziehbar zu machen, sollten beide Entwürfe in der Einwohnerversammlung nochmals vorgestellt werden. Zudem halte ich es für sinnvoll, zur Einwohnerversammlung ein 3D-Modell des geplanten Hotelkomplexes mit den angrenzenden Gebieten Altstadt, Neustadt und Dom zu fertigen, um den Brandenburgern die räumlichen Veränderungen besser veranschaulichen zu können. Ich denke, dass es für die RIMC in Anbetracht der geplanten Investition von über 90 Millionen Euro kein Problem darstellt, ein entsprechendes Modell zur Verfügung zu stellen. Lesen Sie bitte weiter »»»

Sondervotum zur Entscheidung des Auswahlgremiums Packhof

Von Daniel Keip (SPD), Martina Marx (B90/Grüne/Pro Kirchmöser), Birgit Patz (Linke/Gartenfreunde)

Der Packhof, jenes mehr als drei Hektar große Areal inmitten der Alt- und Neustadt Brandenburgs, ist in den vergangenen Tagen immer wieder als Filetgrundstück bezeichnet worden. Doch wird die jetzt favorisierte Entwicklung dieser Bedeutung gerecht? Wir, die drei unterzeichnenden Mitglieder des Auswahlgremiums sowie zwei weitere sind der Meinung nein. Schon die Vorgaben des durch die SVV erarbeiteten Exposés werden an vielen Stellen vom favorisierten Entwurf nicht beachtet. So fordert das Exposé:

  1. Die Hotelnutzung darf in der Bruttogeschossfläche sowie in Qualität und Lagegunst den Wohnstandort nicht in die zweite Reihe verdrängen.
  2. Die Architektur des Hotels muss sich in das historische Umfeld einfügen.
  3. Bei der Bebauung sind die Sichtachse zwischen Jahrtausendbrücke und dem Dom zu berücksichtigen.
  4. Die Höhe der Bebauung in Richtung der Niederhavel soll sich an der niedrigen zwei-dreietagigen Bebauung auf der anderen Flussseite orientieren.
  5. Das Hotelgebäude soll sich an einem modernen und anspruchsvollen, jedoch nicht spektakulären Baustil orientieren.

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Schematische Darstellung der Dimensionen des von premero geplanten Hotelneubaus © BI Packhofgebiet

All diesen Vorgaben des Exposés wird der Entwurf von Premero, der in der vergangenen Woche als Sieger vom Auswahlgremium bestimmt wurde, nicht gerecht. Im Gegenteil, die jetzt zur Vorlage für die Stadtverordnetenversammlung vorgeschlagene städtebauliche Ideensammlung hat viele Schwächen, die sich sogar nachteilig auf die Entwicklung des gesamten Quartiers auswirken werden. Lesen Sie bitte weiter »»»

Ausgespielt: Tourismus gegen Wohnen

Erste öffentliche Präsentation der beiden Entwürfe für ein künftiges Bebauen des Packhof-Areals

Von André Wirsing

Formal haben beide Entwürfe den Bedingungen des Exposés zum Packhof entsprochen – doch gegensätzlicher konnten die Entwürfe der beiden Bewerber nicht sein, die am Donnerstag öffentlich im Altstädtischen Rathaus vor einer Bewertungskommission präsentiert worden sind.

Wohnbebauung und Hotel sind die Elemente, die auf einer 29.000 Quadratmeter großen Fläche anzuordnen waren. Jeder Bewerber legte seine Gewichtung anders.

Ein Team besteht aus den Investoren Prinz von Preußen Grundbesitz AG und Wohnungsbaugenossenschaft WBG sowie den Planern vom Architekturbüro Krekeler sowie Georg Marsfeld. Ihre Idee: Ein großer Wohnkomplex ist relativ zentral auf dem Areal platziert, kammartig erstrecken sich fünf Hauszeilen in Richtung Näthewinde. Anleihen wurden bei Wasser- und Lagerhäusern sowie Wohnhöfen genommen – das ermöglicht eine gewisse Kompaktheit, andererseits gibt es durch das modulare Prinzip vielfältige Teilungs- an Anordnungsmöglichkeiten. „Wir bauen praktisch die Innenstadt weiter und schaffen so ein städtisches Quartier“, sagt Planer Marsfeld. In Höhe der Stadtwerke ist das Hotel angeordnet – es ist in drei hintereinander stehenden und mit einem Wandelgang verbundenen Gebäuden geteilt, in Höhe des Historischen Hafens ist ein Zweigeschosser mit Restaurant und Wellness- Etage angeschlossen. Das Problem des Parkens haben die Planer einfach „verschwinden“ lassen. Unter die Wohn- und Hotelbauten werden Tiefgaragen geschoben. Keine reinen Kellergeschosse – das geht wegen des hohen Grundwasserstandes und der Bodenbelastung nicht. Deshalb wird jeweils das Parkdeck 1,50 Meter tief eingegraben und ragt dann 1,50 Meter heraus, auf die Deckenplatten werden die Gebäude gesetzt. Als Hotelbetreiber würde die österreichische AHC-Gruppe fungieren, in deren Aufsichtsrat der Prinz von Preußen sitzt. Von den Wohnungen würden 40 Prozent die WBG als Mietwohnungen für ihre Mitglieder herstellen, die anderen 60 Prozent hält die Grundbesitz AG – jeweils zur Hälfte Miet- und Eigentumswohnungen. In dreieinhalb Jahren könnte der Packhof komplett bebaut sein, sagt Ingo Bethke von der Prinz von Preußen Grundbesitz AG. Lesen Sie bitte weiter »»»