Stadtentwicklung geht nicht nach Beliebigkeit

von Ralf Krombholz (Oktober 2015)

Die Packhoffläche ist die letzte größere innerstädtische Entwicklungsfläche.

Sie hat für den Erfolg der Stadterneuerung nach der Wende von 1989 eine Schlüsselfunktion, denn nur noch hier ist es möglich, Wohnungsbau in größerem Umfang zu realisieren.

Dieser Wohnungsbau ist für die Realisierung des Sanierungsleitbildes “Lebendige Innenstadt” unersetzlich wichtig.

Die Stadterneuerung ist noch nicht abgeschlossen und die Belebung der Innenstadt ist noch nicht stabil erfolgt. Der Ladenleerstand hat zugenommen und die Attraktivität der Hauptstraße als Fußgängerzone ist gering. Eine stabile Aufwärtsentwicklung ist bislang leider noch nicht erreicht worden.

Deshalb ist die Entwicklung des Packhofes als Wohnstandort der Schlussstein der Stadterneuerung in der historischen Innenstadt.
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Viele Menschen sorgen sich um den Packhof

Erste Versammlung der Bürgerinitiative zieht mehr als 120 Gäste an, die eine behutsame Wohnbebauung bevorzugen

von André Wirsing

Das Interesse ist groß: Mehr als 120 Menschen drängen am Donnerstagabend in den Saal des Wichernhauses, in den die gerade neu gegründete Bürgerinitiative für einen lebenswerten Packhof eingeladen hatte.

Eine gute Mehrheit ist neben einigen Park-Befürwortern für ein Bebauen des Areals zwischen Neu- und Altstadt direkt an der Havel – dafür ist das Filetgrundstück zu wertvoll und es gibt genügend Interessenten, die im Zentrum wohnen wollen. Eine ebenfalls große Mehrheit wendet sich aber gegen die Pläne für ein Kongresshotel, die von der Verwaltungsspitze seit etwa sieben Monaten vehement verfolgt werden – zu viel Verkehr, zu viel Unruhe, keine ausreichende Begründung für eine Wirtschaftlichkeit des Projektes, zu wenig Schutz für die bereits hier lebenden Anwohner. Diese Sorgen wollen sie gemeinsam mit der Bürgerinitiative artikulieren. Adelheid van Lessen schlägt vor, Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) und die Fraktionsvorsitzenden dazu einzuladen, denn am Ende entscheiden die Stadtverordneten über den Verkauf der knapp drei Hektar großen Baufläche sowie über einen Bebauungsplan. „Wenn dann von der Stadtspitze der Einwand kommt, aber wir haben dem Investor doch zugesagt, dass er ein Hotel bauen darf, dann sagen sie Frau Tiemann, dass der Investor sehr wohl im Wissen darum gekauft hat, dass es noch gar keinen B-Plan gibt.“

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Bürgerinitiative für den Packhof

Anwohner wollen behutsames Bebauen mit Wohnungen, aber weder Kongresshotel noch Parkhaus

von André Wirsing

Eine Bürgerinitiative für ein lebens- und liebenswertes Gestalten des Packhofes hat sich nun in der Neustadt gegründet. Bislang besteht sie aus Anwohnern der Kleinen Münzenstraße und der Packhofstraße, gleichwohl stehe sie allen Brandenburgern offen, sagt Gründungsmitglied Hanswalter Werner. „Es dürfen nicht nur die Mieter und Eigentümer aus den betroffenen Straßen mitmachen, alle Interessierte sind willkommen.“ In der kommenden Woche soll es eine erste öffentliche Versammlung geben, die für jedermann offen ist. Ziele der Bürgerinitiative sind eine lebenswerte Innenstadt mit behutsamer Wohnbebauung auf dem Packhof, eine verkehrsberuhigte Zone mit sicheren Wegen für Schulkinder, Fußgänger und Radfahrer. Ein Kongresshotel nebst großem Parkhaus lehne man allerdings ab. Das führe zu einer deutlichen Zunahme des motorisierten Straßenverkehrs. Viele Bewohner der Kleinen Münzenstraße und der Packhofstraße würden dann auf Inseln inmitten des Verkehrs leben, weil nicht nur vor den Häusern, sondern auch dahinter neue Fahrbahnen frei gegeben beziehungsweise errichtet würden.

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