Bürgerbewegung feiert auf dem Packhof

Ein Bürgerfest der Extra-Klasse feierten am vergangenen Samstag rund 2.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger. Die Bürgerinitiative hatte von 15 bis 19 Uhr zum Packhoffest eingeladen. Brandenburger aus allen Stadtteilen tanzten und sangen ausgelassen zur Musik der Band Patchwork und der Nothing Toulouse-Sängerin Sara Pieper. Alle beteiligten Künstler, darunter auch der bekannte Brandenburger Karikaturist Paul Pribbernow und die Künstlergruppe Nora Schlecht verzichteten auf ihre Gagen und brachten damit ihre Unterstützung zum Ausdruck. Trommler verschiedener Gruppen vereinten sich und begleiteten eine Vorführung, in der die bisher geplanten Entwürfe eindrucksvoll visualisiert wurden. Bestürzt nahmen die Bürger die überproportionalen Dimensionen der Bebauung zur Kenntnis.

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Die überwältigende Resonanz beweist, dass inzwischen von einer regelrechten Bürgerbewegung gegen den Verkauf des ehemaligen Buga-Geländes die Rede sein kann. Hanswalter Werner von der Bürgerinitiative erklärt: „Wenn die Oberbürgermeisterin sich über die inzwischen rund 5.000 Stimmen, aber auch die rund 2.000 Brandenburger, die am Samstag mit ihren Füßen abgestimmt haben, hinwegsetzt, zeigt das ein sehr merkwürdiges Demokratieverständnis. Als nächsten Schritt werden wir ein Bürgerbegehren in die Wege leiten.“

Die am Mittwoch, dem 7. September von 18 bis 20.30 Uhr im Altstädtischen Rathaus stattfindende Einwohnerversammlung soll aus Sicht der Bürgerinitiative eine demokratische Beteiligung der Bürger suggerieren. Sie dient jedoch nur als Alibi, denn bereits einen Tag später soll in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, kommunale Beteiligungen und Vergaben das neue Tourismuskonzept verabschiedet werden. Darin wird der Packhof zum einzig möglichen Standort für ein Hotel erklärt. Eine wirkliche Bürgerbeteiligung sieht anders aus.

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BI-Mitglied Susanne Tschenisch: „Wir appellieren an die Stadtverordneten, dass die Planungen unverzüglich abgebrochen werden und der Prozess unter Beteiligung der Bürger und erfahrener, unabhängiger Stadtentwickler neu aufgerollt wird. Eine über tausendjährige Stadt muss sich die Zeit dafür nehmen. Um Abhilfe für die angeblich dringend benötigten Hotelbetten zu schaffen, kann parallel für den voll erschlossenen und verkehrsgünstig sowie am Wasser gelegenen Standort Wiesenweg ein Investor gesucht werden.“
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